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„Hilf mir, es selbst zu tun.“

Maria Montessori

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einen Überblick über die Montessori-Therapie und ihre Anwendung in meiner Arbeit geben.

Was ist Montessori-Therapie?
Die Montessori-Therapie ist eine multimodale Therapieform zur Eingliederungshilfe. Sie basiert auf den Erkenntnissen und Richtlinien der Ärztin Dr. Maria Montessori.
Entstehung
Die Montessori-Therapie wurde am Kinderzentrum München von Professor Hellbrügge und MitarbeiterInnen der einzelnen Fachdisziplinen aus der Montessori-Pädagogik und neben der Montessori-Heilpädagogik entwickelt, und unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. f. c. Voss systematisiert.
Grundlagen
Die Montessori-Therapie beruht auf verschiedenen Grundpfeilern: der Montessori-Pädagogik, der Montessori-Heilpädagogik, neuesten Erkenntnissen aus der Neurophysiologie und Neuropsychologie, der Sozialpädiatrie, Genetik sowie Geriatrie und Gerontopsychiatrie. Sie berücksichtigt außerdem das aktuelle Wissen aus der Entwicklungsrehabilitation, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen von Behinderungen und/oder chronischen Krankheiten auf die betroffenen Personen und deren soziales Umfeld.
Aufgabenbereich
Die Montessori-Therapie beginnt zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Sie erweitert die Palette verfügbarer heilpädagogischer Interventionskonzepte, berücksichtigt hierbei Bedürfnisse und Fördermöglichkeiten der betroffenen Person bei einer vorliegenden Beeinträchtigung, Störung und/ oder Behinderung sowie die damit einhergehenden Erschwerungsfaktoren und deren Auswirkungen auf die unterschiedlichen Lern- und Lebenswelten.
Inhalte
In der Montessori-Therapie wird der Therapiebegriff in seiner ursprünglichen Wortdeutung als “ Dienend zur Verfügung stehen“ im Sinne von Hilfe zur Selbsthilfe verstanden. Es handelt sich hierbei um einen Beitrag zur psychosozialen Gesundheit durch heilpädagogisch/ therapeutische Interventionen, welche auf die Gesamtentwicklung der betroffenen Person abzielen.
Grundlegende Bedingungen
  • klientenorientierte Handlungsweise
  • Orientierung an den Stärken bzw. Potenzialen
  • zurückhaltendes Angebot von Hilfe und Unterstützung
  • Ermöglichung und Unterstützung der Selbsttätigkeit

in einer vorbereiteten Umgebung mit Montessori-Materialien, welche neurophysiologische und neuropsychologische Entwicklungsprozesse unterstützen.

Durch was zeichnet sich die Therapie aus?

Die Montessori-Therapie zeichnet sich durch ihren ganzheitlichen Förderansatz und strukturierte Arbeitsweise in vorbereiteter Umgebung mit wissenschaftlichen Entwicklungsmaterialien aus.
Ganzheitlicher Förderansatz bedeutet die Vernetzung von motorischem, sensorischem, sozial-emotionalen und kognitivem Lernen in auf Selbsttätigkeit und Selbstgestaltung ausgerichteten und geplanten Lernsituationen.

„Hilf es mir selbst zu tun“

Schwerpunkte
Ausgehend von der ganzheitlichen Sichtweise kann die Montessori-Therapie sehr weit gefächert eingesetzt werden. Hierzu zählen unter anderem:

  • Hilfen zur Unterstützung bei der Krankheits- und Behinderungsverarbeitung, u.a. Anleitung und Unterstützung der Eltern und/oder der unmittelbaren Bezugspersonen (z.B. Trauma-/Trauerarbeit)
  • Aktivierung von Selbsthilfepotenzialen u.a. Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz (z.B. Therapietransfer in der häuslichen Umgebung)
  • Hilfen zur Förderung der sozialen Kompetenzen, u.a. Hilfen zur Inklusion in das soziale Umfeld (z.B. Familie, Kindergarten, Schule, Berufsleben)
  • Training im lebenspraktischen Bereich, u.a. Angebote für Senioren (Organisation des Alltags)
Aufnahmekriterien
Mit der Entscheidung zur Montessori-Therapie begibt sich der Klient, bzw. Eltern und Kind gemeinsam auf den Weg des heilenden Lernprozesses der Krisenverarbeitung.
Die Montessori-Therapie steht bei entsprechender medizinischer und/oder psychologischer Indikation generell allen Altersstufen, unabhängig vom Vorliegen oder vom Grad einer Krankheit, Störung, Beeinträchtigung oder Behinderung offen.
Darüber hinaus können auch außerhalb einer medizinischen und/oder psychologischen Diagnose Interessierte, Eltern und Sorgeberechtigte dieses Angebot wahrnehmen.
Diagnose
Klar definierte Therapieziele werden auf Basis der medizinischen und/oder psychologischen und/oder therapeutischen Gutachten, der „Sensiblen Beobachtung“ während den Therapiesituationen sowie durch Beobachtungen in den unterschiedlichsten Lern- und Lebenswelten erstellt.
Unterstützend wirkt hier das Aufzeichnen des therapeutischen Settings mittels Videokamera zur späteren Analyse (heilpädagogisch, therapeutisch und/oder psychoanalytisch).
Therapieziele
Die Therapieziele werden anhand dem ermittelten individuellen Entwicklungsniveau und Lernverhalten formuliert, berücksichtigen hierbei Wahrnehmung, Kognition, Sprache, Motorik und Sozialverhalten sowie die Bedürfnisse und Möglichkeiten des bzw. der Betroffenen.

Ziele sind:

  • Die Optimierung der Lernmöglichkeiten zur weitest möglichen Verbesserung der Gesamtsituation.
  • Die Optimierung der Eingliederungsfähigkeit und Teilhabe, um den Kommunikations-, Erfahrungs-, Anregungs- und Mitwirkungshorizont weitest möglich zu dimensionieren.
  • Die Optimierung der Selbstständigkeit, zur weitest möglichen Unabhängigkeit.
  • Die Optimierung der inneren Ausgeglichenheit und damit verbundenen emotionalen Sicherheit, zur Überwindung extremer Diskrepanzen zwischen Wollen und Können. Dies schließt insbesondere die Distanzierungsfähigkeit gegenüber unangemessenen Umweltansprüchen mit ein.

Therapeutische Konsequenzen:
Die therapeutischen Konsequenzen ergeben sich aus der Zielsetzung, berücksichtigen die Vermittlung von auf kontrolliertes Handeln gerichteten Fertigkeiten in der jeweiligen kulturellen Realität sowie besondere Erziehungs- und Lernhilfen wie z. B. die verstärkte Differenzierung, die Sachanknüpfung, die Isolierung von Lernschwierigkeiten, das Akzentuieren des Bedeutsamen sowie und insbesondere die Selbsttätigkeit und Möglichkeit zur Wiederholung.

Umsetzungsformen

Die Montessori-Therapie kann in verschiedenen Formen angeboten werden:

  • in Einzelarbeit mit Kindern und/oder Erwachsenen/Eltern
  • in Eltern-Kind-Gruppen
  • in altersgemischten Kleingruppen
  • in Form eines Fachdienstes für Inklusion in Kindergärten, Grundschulen und dem Sekundarstufenbereich
  • in Form einer häuslichen Intervention, zur erziehungswirksamen Umstellung der Umweltbedingungen sowie Beeinflussung des Erziehungsverhaltens
Zusammenarbeit mit Sorgeberechtigten/Eltern
Das ausführliche Anamnesegespräch hilft dem besseren Verständnis der Lebenssituation des Klienten, bzw. des Kindes/Jugendlichen und bei der Arbeit mit den Sorgeberechtigten/Eltern.
Hierbei geht es nicht nur um Informationen bzgl. der späteren Therapieplanung, sondern auch gezielt um den Aufbau der therapeutischen Beziehung zu den Bezugspersonen, bzw. den Betroffenen.
Durch das direkte Teilnehmen an den Therapiesituationen erleben diese die konkrete Arbeit am Kind.
Ziel
Das Ziel ist die Entwicklung einer autonomen und psychisch stabilen Persönlichkeit mit einer frühestmöglichen und weit gefassten, selbstbestimmten sowie selbstverantwortlichen Bewältigung der täglichen Lebenssituationen in allen Lebensbereichen, bei weitestmöglicher Orientierung an den Regelzielen unter besonderer Berücksichtigung des Sozialbereiches.

Das heißt, wenn möglich:

Erlangen größtmöglicher sozialer Kompetenz, Geschäftsfähigkeit und leben in eigenen Räumen als Erwachsener bzw. körperliche und seelische Pflege unter eigenen Rahmenbedingungen.

Kostenübernahme
Die Montessori-Therapie ist eine eigenständige Therapiemaßnahme. Es besteht die Möglichkeit zur Kostenübernahme durch die öffentliche Jugendhilfe im Sinne des §35a SGB VIII (KJHG) oder im Rahmen der Eingliederungshilfe §99 SGB IX, §29 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) sowie §112 Abs.1 Satz 1 Nr.1 (persönliches Budget). Dies ist vom jeweiligen Kostenträger sowie jeweiligem Einzelfall abhängig. Ferner ist es möglich, die erforderlichen Kosten selbstständig (Privatabrechnung) zu tragen. Ich bin gerne zu einer Beratung bzgl. Refinanzierungsmöglichkeiten bereit.